„Für was soll ich Krafttraining machen, wenn ich doch schon Parkour trainiere?!“, wirst Du nun wahrscheinlich denken.

In diesem Artikel erfährst Du, weshalb ein zusätzliches Krafttraining sehr von Vorteil sein kann, aber auch gewisse negative Punkte mit sich bringt.

Im Gunde genommen beinhaltet ein „normales“ Parkour-Training, auch ein Krafttraings-Teil, da dieses nach der Philisophie von Parkour zum Training dazu gehört.

Heutzutage wird das routinierte und aufbauende Krafttraining leider immer öfter in den Hintergrund gestellt. Umso mehr aber extreme und weite Sprünge, sowie Flips und Spins, in den Vordergrund gedrückt. Eigentlich gibt es hier auch nichts auszusetzen, die Community veränderte sich im laufe der Jahre – alles gut. Ich liebe es genauso, extreme Sprünge und Dinge zu wagen. Das doofe daran ist nur, dass viele Traceure dabei sehr schnell schmerzhafte Beschwerden erleiden, aufgrund zu schwacher oder falsch trainierter Muskeln. Teilweise hängt dies auch mit einer Überbelastung der Bänder und Sehnen zusammen.
Vor allem der untere Rücken und die Brust sind solche Muskelpartien, die alleine durchs Parkour-Training zu wenig angesprochen werden, deshalb gilt:

Ein gezieltes Krafttraining kann Dysbalancen vermindern und Muskeln stärken,
die normalerweise kaum im Parkour verwendet werden (und dir mit grösserer Belastung, grössere Schmerzen bereiten können).

Nun fragst Du dich vielleicht, was für ein Krafttraining ich meine.
Ich meine nicht zwingend ein Krafttraining im Fitnessstudio mit Gewichten, es reicht völlig Übungen mit deinem Körpergewicht zu machen wie z.B.: Liegestützen, Rumpfbeugen, Kniebeugen, Pull-Ups an einer Stange, die Brücke mit deinem Rücken und viele mehr.
Ein Fitnesstraining halte ich für eine sehr gute Ergänzung, weil man Muskeln isoliert (abgegrenzt von anderen) und gezielt trainieren kann, vergiss aber nicht:

Mehr Muskeln = mehr Gewicht = mehr Anstrengung um zu Springen = Grössere Belastung der Muskeln und der Gelenke = grössere Verletzungsgefahr!

Ideal ist ein Krafttraining für dich, wenn Du nicht nur die Muskeldicke (den Muskeldurchmesser), sondern besonders die Muskeldichte (Anzahl der Muskelfasern im Muskelfaserbündel) trainiert. Du kannst dir Muskeln wie ein Stromkabel vorstellen:
Aussen ist eine dicke Hülle, gefolgt von mehreren dünnen Drähten, die wieder in einer Hülle verpackt sind und in diesen sind ganz viele feine Kuperfäden. Und genau diese Kupferfäden solltest Du in der Anzahl erhöhen, denn dadurch hast Du mehr Ausdauer und dein Muskel kann längere Zeit Arbeit leisten, ohne gleich völlig zu ermüden.

Wir Traceure trainieren mit unserem Training Muskeln, die viel Gewicht in kurzer Zeit bewegen können; die sogenannte Schnellkraft. Am besten siehst Du das an deiner Sprungkraft; anfänglich konntest Du keine zwei Meter weit Springen, nun ist dies das Aufwärmen für dich. Dein Muskel „explodiert“ sprichwörtlich und macht danach wieder nichts mehr. Andersrum bewegt sich dein Muskel ständig wenn du joggen gehst. Er muss konstant Energie nachliefern.
Wenn wir aber nur von solchen „explosiven“ Muskelfasern besitzen, haben wir wenig, bis keine Kondition und sind sofort schlapp nach einem Run. Deswegen ist es sinnvoll, sich auch solche „langsameren“, dafür ausdauernden Muskelfasern anzutrainieren.

Teste dich mal selber und mach einen Run. Es muss nicht mal ein besonders langer sein.
Wenn Du keine zwei Minuten durchhälst, ohne gleich ausser Atem zu sein, weisst Du nun an was es liegen könnte.

Falls Du dich jetzt angespornt fühlst, aber nicht weisst, wie Du ein solches Workout machen sollest, gibt es im Appstore/Google Play Store sehr gute Starthilfen:
Freelethics und Spartan Workout Bodyweight sind Krafttrainings-Apps mit dem eigenen Körpergewicht, die sehr zu empfehlen sind.

BONUS TIPP: Wenn Du dich wöchentlich dazu verpflichtest ein Workout zu machen, ganz gleich in welcher Stimmung Du gerade bist, und ob Du Zeit hast oder nicht, wird dir das Krafttraining einen enormen mentalen Boost geben. Du wirst deine Willenskraft so auf ein anderes Level bringen können, da Du die Kontrolle über deinen Körper übernimmst. Denn ob Du dich danach fühlst oder nicht, spielt dabei plötzlich keine Rolle mehr. Du machst Dinge einfach.
Für mich ist das wöchentliche Krafttraining Hass und Liebe zugleich, denn einerseits verfluche ich es, anderseits lerne ich meine Grenzen fast wöchentlich weiter nach vorne zu setzen.

Ich behaupte an dieser Stelle, dass die Willenskraft eine der Faktoren ist, welcher uns gut und erfolgreich in etwas werden lässt, da wir uns ständig aufs Neue überwinden müssen, trotz der Müdigkeit, dem Hunger, oder Durst, der miesen Laune und so weiter. Dadurch verschiebt sich unser Unwohlsein immer weiter weg. Wir trauen uns auch mal etwas zu machen, bei dem wir vielleicht viel eher gezögert hätten, wenn wir unsere Willenskraft nicht wöchentlich herausgefordert und gestärkt hätten.


Ich hoffe Du konntest in diesem Artikel etwas neues für dich lernen!
Ich würde mich freuen, wenn Du einen Kommentar hinterlässt und diese Seite likest!

Bis dahin – wir lesen uns im nächsten Artikel!

Ein Kommentar zu „Warum zusätzliches Krafttraining sinnvoll ist

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