„Freerunning ist doch eh viel cooler…“
„Wieso sollte ich mühsame Sprünge üben, wenn ich Flips machen kann?!“

Nun ja, solche Antworten sind natürlich völlig legitim und auch zu erwarten. Trotzdem möchte ich dir mit diesem Artikel zeigen, weshalb es für deinen Fortschritt sehr wichtig ist, zuerst bei den Parkour-Basics zu beginnen. Freerunning ist in der Tat „cooler“ wie Parkour, das stimmt. Trotzdem kannst Du mehr aus deinem Training und deiner Zeit raus holen, wenn Du mit Parkour beginnst.

Schon nach deinen ersten Trainings, wirst Du bemerken, wie belastend solch ein Training sein kann, egal ob Du Parkour, oder Freerunning gemacht hast. Deine Muskeln und Bänder kennen solche Bewegungen und Abläufe noch nicht, und sind auch genau deswegen um vieles anfälliger für Verletzungen. Verstauchungen sind fast schon vorprogrammiert.

Wenn Du zuerst mit Freerunning beginnst, oder begonnen hast, musstest Du feststellen, dass es koordinativ extrem schwer ist, Fuss zu fassen. Kein Bewegungsablauf ist dir richtig gelungen. Das liegt daran, dass dein Gehirn all dies noch nicht kennt und somit konstant überfordert ist. Es besitzt die Vernetzungen, die es dafür braucht, noch nicht. Innert Sekunden, wenn nicht sogar Millisekunden, muss sich dein Körper und dein Verstand von einer Ausgangsposition, in eine andere begeben. Muskeln anspannen, direkt wieder lösen, im richtigen Winkel das Päckchen öffnen und bei der Landung eine genügend grosse Grundspannung besitzen, dass Du dabei nicht gleich zusammensackst, wie ein nasser Sack Mehl. Letztendlich möchtest Du ja sicher landen bei einem Salto, richtig?

Ich möchte an dieser Stelle nicht behaupten, dass man keinen Erfolg haben wird, wenn man mit Freerunning beginnt – es kann unter Umständen einfach schwieriger werden und länger dauern, bis man gewünschte Erfolge sehen kann. Wenn Du natürlich ausschliesslich Freerunning trainieren möchtest, ist dies ein anderes Thema und ich gebe dir dabei grünes Licht. Willst Du jedoch beide Bewegungskünste erlernen, empfehle ich dir herzlich, das Freerunning Training erst anzugehen, wenn Du die wichtigsten Parkour Basics beherrschst. So ist dein Körper genügend vorbereitet, auf solche Situationen und Du wirst schneller Fortschritte machen – und das, ohne dich unnötig dabei zu verletzen.

Eine Faustregel, die Du dir merken solltest, besagt: Eine einzelne Parkour-Technik (z.B. der Katzensprung) sauber zu lernen, dauert in etwa drei Mal so lange, wie einen Flip zu lernen.

Dabei meine ich nicht nur einen Flip „irgendwie“ zu können. Ich meine eine sichere Ausführung, ohne Schmerzen, Verletzungen, aber mit einer bewussten Körperkontrolle.

Ein positiver Nebeneffekt, bei zuerst erlernten Parkour Techniken, ist deine bereits antrainiere Fähigkeit, deinen Körper kontrollieren zu können. Ohne sie wirst Du keinen Flip sauber hinbekommen, oder brauchst um ein vieles länger, bis Du ihn korrekt gelernt hast. Denn auch das Thema Grundspannung, wie oben schon erwähnt, spielt dabei eine grosse Rolle. Da im Freerunning viele Bewegungsabläufe schneller passieren müssen, wie im Parkour, ist es für dich von grossem Vorteil, wenn Du dir in deinen Muskeln, durch das Parkour Training, bereits eine gute Grundspannung antrainiert hast. Dadurch landest Du z.B. nicht mehr wie ein nasser Sack Mehl.

Ausserdem lernst Du in Situationen viel schneller zu reagieren und kannst so viele Fails verhindern, oder zumindest das Ausmass davon reduzieren. Du kannst dich selber besser einschätzen und „spürst“, wie ein gewisser Flip in etwa ausgeführt werden muss.

Zusammenfassend kann man also sagen:

Du wirst Freerunning-Techniken schneller und sicherer lernen, wenn Du zuerst Parkour trainierst, weil Du deinen Körper und deinen Verstand schon auf solche Situationen vorbereitet hast.


Ich hoffe sehr, dass ich dich mit diesem Artikel anspornen konnte, vollgas im Parkour zu geben und dich ein wenig zu entschleunigen mit dem Freerunning, denn auch das, wird mit der Zeit einfach sein für dich!

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann like und teile ihn. Kommentiere doch unterhalb des Beitrags, was Du so zu diesem Thema denkst und lass uns darüber diskutieren!

In diesem Sinne – wir lesen uns im nächsten Artikel!

Ein Kommentar zu „Wieso zuerst Parkour und erst dann Freerunning trainieren?

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