Parkour Freerunning: Ursprung und Unterschied

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Sicher hast Du schon oft von beiden Bewegungskünsten gehört, vor allem wenn Du sie selbst trainierst. Worin liegt nun also der Unterschied – beides heisst ja, auf deutsch übersetzt, in etwa das selbe?

Beide Bewegungskünste entsprangen einer Militär-Fortbewegungsart namens „Méthode Naturelle“ (auch Hérbertisme genannt), welche um das zwanzigste Jahrhundert von französischen Soldaten trainiert wurde. Entwickelt wurde sie vom französischen Marineoffizier Georges Hérbert. Sein Wissen und seine Erkenntnisse von der Kunst der Fortbewegung (französisch: l’art du deplacement) vermittelte er persönlich in der Universität.

Im Vietnamkrieg fand sie zahlreich Anwendung, da die dortige Umgebung perfekt mit der Art, wie man sich bewegen musste, um zu überleben, gepasst hatte. Wiederum motivierte dies den Soldaten Raymond Belle, die Kunst der (effizienten) Fortbewegung in natürlicher Umgebung, seinem Sohn David weiterzugeben. Damals wohnten beide in Lisses, ein Vorort von Paris. Ich nehme an, Du weisst, dass sich dort wenig Waldfläche befindet. In einer städtischen Umgebung war sie also so nicht anwendbar. David entschied sich somit, die erlernte Bewegungsart an eine urbane Umgebung anzupassen. Die damals noch „Le Parkour“ heissende Bewegungskunst wurde geboren. Heutzutage lässt man das „Le“ aber einfach weg.

Innerhalb kurzer Zeit konnte David viele Leute damit begeistern und gründete daraufhin die erste Parkourgruppe namens Yamakazi (von welcher es auch zwei Spielfilme gibt). Die Gruppe bewegte sich mit dem Kredo: „Stark sein, um nützlich zu sein“ (Eine Prinzip aus der Méthode Naturelle und Slogan der Schweizer Parkour Bekleidungsfirma Etre-Fort). Ein Trainingspartner in dieser Gruppe von David war Sebastien Fucan, welcher später das Freerunning erfand. Sebastien meinte, dass seine Art sich zu bewegen, auch Kreuz und quer sein darf, ohne jegliche Effizienz, hauptsache die ausgeführte Technik war elegant. So gesehen also das genaue Gegenteil, von dem was im Parkour verkörpert wird. Im Jahre 2001 traten beide aus der Gruppe und versuchten auf eigene Faust ihre Philosophie mit der Welt zu teilen, da bei den Yamakasi plötzlich eine Vermischung beider Bewegungskünste, inklusive Bodenturnen, stattfand. Diese Wandlung konnten beide nicht akzeptieren.

Als ganz klaren Unterschied, kannst Du das Beispiel nehmen, dass Parkour eher definierte Techniken und Sprünge beinhaltet, während das Freerunning eine Mischung aus Bodenturnen, Tricking und Parkour ist, bei der keine genauen Sprünge definiert sind. Man kann machen was man will, es gilt alles als Freerunning.

Im Parkour zählt die Effizienz und Schnelligkeit besonders, was im Vergleich zum Freerunning, eher die Kreativität und Eleganz ausmacht.

Trotzdem bieten dir beide Bewegungskünste ein enorm starkes, mentales Training. Zudem absolvierst Du im „traditionellen“ Parkour noch ein relativ anstrengendes, routiniertes Krafttraining, um deinen Körper und deinen Geist auf Hochtouren zu bringen. Dennoch ist es eher im Parkour ein Kampf gegen sich selbst, während im Freerunning die Anerkennung grössere Priorität besitzt.

Per Definition kann man zwar eine klare Grenze ziehen, was nun aber welche Art der Bewegung ist, kann man so nicht sagen, wenn ich ehrlich sein darf, denn:

Parkour und Freerunning sind derart eng miteinander verwandt, dass sie fast nicht mehr getrennt angesehen werden können. Selbst David Belle macht in vielen seiner Videos Saltos und bezeichet diese Videos als „Parkour“. Letztendlich trainieren sowieso fast alle Traceure und Traceusen beides.

Würde man beide Bewegungskünste aufspalten zu zwei offiziell annetkannen Sportarten (oder was auch immer) erklären, würde dies nicht von Dauer sein, beide würden nach einer Zeit wieder zusammengeführt werden, da beide fast nicht ohne anderen Teil auskommen.


Ich hoffe, ich konnte dir erklären woher beides stammt und weshalb beide irgendwie doch zueinander gehören. Über deinen Kommentar und ein Like freue ich mich sehr!

Bis dahin – wir lesen uns im nächsten Artikel!

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